Der geistliche romantische A-cappella-Gesang

Die Pflege und regelmäßige Aufführung der großen oratorischen Werke der Romantik (Mendelssohn – Elias, Paulus, Lobgesang, Brahms – Requiem) und großartigen Vertonungen der Liturgie in Form der Messen und Stabat mater bezogenen Werke macht bis unsere Zeit vergessen, dass es daneben auch eine großartige Kultur des geistlichen romantischen A-cappella-Gesangs gibt. Nicht nur die berühmten Werke eines Johannes Brahms oder Felix Mendelssohn-Bartholdy, sondern auch die Werke einer großen Gruppe zu Unrecht vernachlässigter Komponisten, vor allem der deutschen Romantik, gilt es zu heben. Diese wunderbaren Motetten und vokalen Fantasien zeigen auf das Vorzüglichste, wie das Geistes- und Kulturleben auch chormusikalisch versuchte, eine neue (neuartige) Religiosität zu etablieren. Hin- und hergerissen zwischen Weltschmerz und „romantischer Krankheit“ einerseits und den liturgischen Reformbemühungen einer preußisch-kirchlichen Union entstehen Werke, die textlich und poetisch zugleich literarisch frei als auch biblisch gebunden eine unverwechselbare Leuchtkraft entwickeln.

Die Bergische Kantorei widmet sich in den kommenden Monaten verstärkt diesem Kreis der Komponisten und wird diese Phase mit einem Geistlichen Konzert der besonderen Art beenden.

Das Programm im Detail

Gustav Merkel | 1827 – 1885

Dies ist der Tag, den der Herr gemacht

Wie lieblich sind deine Wohnungen

 

Friedrich Kiel  | 1821 – 1885

Sechs Psalmmotetten (op. 82)

 

Albert Becker | 1834 – 1899

Herr, erbarme dich (op. 59,2)

Der Tod ist verschlungen in den Sieg (op. 46, 10)

Bleibe, Abend will es werden (op. 36.2)

Erquicke mich mit deinem Licht (op. 29, 5)

 

Ernst Friedrich Richter |  1808 – 1879

Herr, es sind Heiden (op. 40, 3)

 

Heinrich v. Herzogenberg  | 1843 – 1900

Siehe, um Trost war mir sehr bange (aus: op. 92)

 

Moritz Hauptmann | 1792 – 1868

Herr, ich schrei zu dir (op. 53)

Du bist ja doch der Herr (op. 42, 4)

Gott, mein Heil (op. 33, 4)

Verleih uns Frieden, Herr und Gott (op. 9)

Meine Seel’ ist stille zu Gott (op. 53, 1)

 

Josef Gabriel Rheinberger  | 1839 – 1901 Bleib bei uns, denn es will Abend werden (op. 69, 3)